Seelenheil

bald ein Jahr ist es her, dass ich von mir hab lesen lassen. ich hatte das Bloggen satt. das Mitteilen machte in meinem Fall einfach kaum Sinn. ich erlebte nichts, dass sich zu lesen lohnte. so dachte ich. was aber, wenn es genau die Dinge sind, die ich als Psychiatrie-Erfahrene, wie es so ’schön‘ heisst, die jemand lesen mag? wenn es dem Leser tatsächlich etwas helfen könnte was ich zu berichten habe?

das Krankmachende an Akuttraumen und Kindheitstraumen, ist das darin enthaltende Übermaß, an negativer emotionaler Energie. für die Heilung ist deshalb, ein verstandesgemäßes Wissen über das, was geschehen ist nützlich und wichtig, noch wichtiger ist aber, dass die negative emotionale Energie, auf systematische Weise die Chance bekommt, sich abzubauen und auf diese Weise ihre krankmachende Wirkung verliert. 

der Umgang mit diesen starken seelischen Energien, bedarf besonderer Schutz- und Sicherungsvorkehrungen; vergleichbar mit dem Umgang, mit starker elektrischer Energie. stationäre Traumatherapie ist deshalb vier-phasig aufgebaut; jede einzelne dieser Phasen, führt zu einem Heilungsfortschritt, so heisst es.

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ich mache 

frei nach dem Motto, „machen statt denken“ – was ich oft zu hören bekomme derzeit – wage ich jetzt das was ich bereits seit langer Zeit aufschiebe. es wird (noch) nicht ganz, für die Bezeichnungen Autorin reichen Schätze ich, aber ändert nichts daran, dass ich mein Leben festhalten möchte. im Leiden, genau wie in guten Zeiten. 
das war schon immer erklärtes Ziel, des Bloggens – bereits vor ca. fünf Jahren – als ich damit begann. nur fehlte mir immerzu das richtige Format, der „richtige Rahmen“. ich legte viel Wert auf das Äussere, beschäftigte .ich stundenlang mit Design und mit der Planung des Ganzen. suchte nach oassenden Themen, wollte eine Nische finden, um gelesen zu werden. das alles bedeutet mir heute viel weniger als der Inhalt selbst. ich verschwendete im Grunde die ganze Zeit dafür. statt mich darauf zu besinnen, was mir eigentlich wirklich wichtig ist. 

nämlich dass, was ich zu erzählen habe. das, was ich – nicht nur der Welt da draussen, sondern vielmehr mir selbst und vllt. den Menschen, denen es irgendwann viel bedeuten könnte – hinterlassen möchte.

meine Geschichte. meine Erfahrungen, Erlebnisse, Begegnungen; meine Hochs wie Tiefs und all dem dazwischen. es gibt nichz nur schwarz oder weiß. es gibt noch so viele Facetten dazwischen, von denen ich eine Menge zu erzählen habe…

also, auf gehts. Bloggen ganz anders, oder so, wie ich es am besten kann. authentisch, emotional und ohne beschönigende Worte. es ist wie es ist, das mein Leben; mein Leben. nichts bleibt wie es ist. alles bleibt anders. und gerade davon, kann ich ein Liedchen singen…

natürlich ist es schön, auch gesehen gehört gelesen zu werden. wie alle sind kommunikative, soziale Wesen. ich würse lügen würd ich behaupten, dass es mir nicht eine besondere Ehre wäre, wenn es jemanden gibt der „zuhört“. aber, es ist eben nivjz der entscheidende Punkt, glaube ich. heute. vielmehr möchte ich wieder Spass daran finden, ehrlich bleiben, mich nicht verbiegen lassen, durch den äußeren Schein. wie durch einen Filter gesehen. 

ich bin nicht mwhr so sicher gebe ich trotz aller positiven starken Worte hier, ob die „gute Zeiten“ noch kommen werden – so schlecht geht’s mir – aber es hilft auch nicht, deshalb meine Grösse Leidenschaft des Schreibens dafür aufzugeben, weil es gerad so läuft wie es läuft und ich meine, nichts zu erzählen zu haben. 

das ist grösser Quatsch. vielleicht profetiert jemand sogar davon, weil ich alles ungeschönt niederschreibe; und kann damit etwas anfangen, was ich daraus gemacht habe, wenn sich Hindernisse in meinen Weg gestellt haben… wer weiss. das wäre auf jeden Fall ein tolles Gefühl und ein noch grösserer Antrieb, alles festzuhalten. 

soweit erstmal.

heute kommt meine engste Freundin zu Besuch, wie jeden Freitag. zum gemeinsamen Kochen. das Kochen hat mich nicht zuletzt deshalb wenig interessiert weil mein Exmann selbst noch ist und diesen Part übernommen hatte die letzten Jahre; es hat mir einfach keinen Spass mehr gemacht, bzw. ich hatte keine Kopf dafür, bei den sich überschlagenden Ereigniss der vergangenen sechs Jahre…

jetzt aber, so langsam, fängt es an, wieder etwas zu sein, dass einem guttun kann. mir gut tun kann. erst recht, mit einem lieben Menschen zusammen. alles was jetzt guttut, ist richtig. und hilft.

drum prüfe, wer sich ewig…

ich denke, ich habe sie wirklich sehr gebraucht, diese eineinhalb Jahre um soweit zu kommen wie jetzt. was noch kommt, kann ich natürlich nicht sagen. ob ich wirklich je wieder richtig glücklich sein werde, von ganzem Herzen lachen und auch lieben werde – keine Ahnung. ich weiss nur, dass ich jetzt (wieder) einen ganz schönen Sprung gemacht habe. ein Stückchen mehr in Richtung Ich-selbst-sein. ich kann erst jetzt differenziert und wesentlich klarer darauf sehen, was genau diese ganzen Emotionen sind und bedeuten. was davon Herzschmerz, was Enttäuschung, was Wut und was Rache ist. vorher, ist alles ein Brei gewesen. ein einziger grösser Schmerz. nicht zu erkennen wie ich eigtl. noch zu ‚Ihm‘ stehe. wie ich tu mir selbst stehe. was ich noch betrauerte und was vllt. „nur“ Enttäuschung oder gar Erleichterung ist.

ich kann noch nicht behaupten, Ihn nicht mehr zu lieben oder zu betrauern, dass unsere Welt zerbrach. ich weiss inzwischen aber, dass ich ihn nicht brauche – nicht dafür, glücklich und zufrieden zu sein, oder mich selbst zu finden und auch nicht, um die Zukunft mit etwas Hoffnung entgehen zu sehen. ich kann sogar sagen, ich möchte gar nicht mal mehr, den Weg mit ihm weiter gehen. das schlimmste war und ist, den Kindern diese „heile-Familien-Welt“ nicht mehr bieten und vorleben zu können. eben diese Art Familie die ich selbst nicht hanen durfte… das wusste ich immer schon aber erst jetzt wird deutlich, dass ich definitiv nicht mit einem solchen Menschen zusammen meinen Kindern eine Familie geben möchte. er ist nicht der, für den ich ihn gehalten habe. natürlich kein Un-Mensch. aber erst jezt sehe ich, nicht mehr „blind“ vor lauter Liebe – und Abhängigkeit (!) – dass er gar nicht zu mir passt. nicht dieser Mann ist, den ich mir als Partner an meiner Seite Wünsche. 

ich nehme an, es ist die letzten Jahre überwiegend so gewesen, dass ich mich abhängig fühlte, mich ständig nach Geborgenheit sehnte und glaubte, mit ihn diesen Menschen gefunden zu haben. ausserdem, es müsste ja so sein dann, da die Kinder geboren wurden und wir verheiratet waren… ich erlaubte mir selbst gar nicht darüber nachzudenken, zu überprüfen, ob denn das (noch) passt. das tue – und kann – ich erst jetzt!

nicht dass es nicht dennoch so war, dass mir der Boden unter den Füssen weggerissen wurde vor eineinhalb Jahren; und ich nicht gelitten hätte, dass diese Welt, dieser Mann -und in meinem Fall, auch die Kinder, nicht mehr da waren – natüelich ist das alles grosse Scheisse! aber jetzt nach all diesen quälenden Monaten, fange ich an, zu überprüfen. nachzuhorchen, was genau noch Liebe und was „nur“ groase Traurigkeit und Sehnsucht ist. nicht nach Ihm. sondern nach diesem Lebensentwurf. meiner Welt eben. ob mur ihm oder nicht. und inzwischen kann ich – dem Herrn sei Dank – unterscheiden und an eine Zukunft versuchen zu glauben, die ohne ihn stattfinden wird…

Schulterblick zwanzig.sechzehn

 

ein Blick zurück, dachte ich mir. das Jahr war nicht das beste, soviel steht fest. um ehrlich zu sein, es war das schlimmste, meines bisherigen Lebens. das kann ich ganz klar und ohne Übertreibung festhalten. es ist zwar bereits Ende letzten Jahres passiert, was dazu führte, das dieses so furchtbar war. aber nun ja, die Auswirkungen sag ich mal, die Folgen eben, die dieses traumatische Ereignis mit sich brachten und den grössten ‚Fleck‘, in meinem Lebenslauf hinterlässt, passierten allmählich, während dieses schrecklichen Jahres zwanzig sechzehn. von den ganz furchtbaren Dingen, die auf der ganzen Welt verteilt passierten, ganz zu schweigen. dazu komme ich im weiteren Verlauf. summa sumarum, war dieses nicht nur mein ganz persönliches scheiss Jahr, sondern auch für die meisten, in diesem Land, und der ganzen Welt.

klingt vllt. ein wenig verbittert, resigniert oder als hätte es nicht auch Gutes gegeben; ich muss aber leider feststellen, dass es bis auf ganz ganz wenige kleine Schritte die ich gegangen bin, auf meinem persönlichen Weg, nichts wirklich Gutes passiert ist leider. es war ein ganzes Jahr des Aushaltens, Duechhaltens, des Aufgebens, alle paar Schritte, immer und immer wieder. mehr nicht. dass es nun bald vorbei ist, bedeutet mir im Grunde genommen auch nichts. denn, es ist leider auch festzuhalten, dass es sich nicht besonders weiter entwickeln wird. wenn wie gesagt, in sehr kleinen, Minischritten, ohne Halt, ohne Liebe (ausgenommen natürlich, die meiner Kinder) und ohne Familie, fortan. es gibt weder eine Herkuntfsfamilie hinter mir, noch die, in die ich erst wenige Jahre vor der Trennung, ein.heiratete. nichts. niemanden.